Der Mann im Haus hat just in time für die Ankunft von Ira einen persönlichen Schwur gebrochen: Er hat einen IKEA Schrank zusammengesetzt.
Also nicht mit Schiebetüren. Nein, das nicht. Aber Spiegel und so. Das Gästezimmer musste ja zu einem Schlaf-/Wohnzimmer umgewandelt werden.
Alles raus, was ein Dauergast nicht braucht.
Was habt ihr so alles im Gästezimmer?
Eine weitere Hausregel ist ausgesetzt. Mindestens für die Dauer der «Invasion»: Es gibt keine Türschlösser. Doch an der Haustür. Aber innen wird nicht geschlossen. Wurde nicht geschlossen. Neu hat der Schlosser im Bad und in der Toilette einen Drehknopf angebracht. Es ist nur klar: rot = besetzt. Wie im Hotel.
Wir suchen jetzt noch ein Bistrotischchen. Oder so was ähnliches. Für einen Schreibtisch wird es zu eng. Aber der Laptop braucht eine Unterlage.
Vielleicht werden wir in der Landi fündig. Es muss ja kein Vermögen kosten.
Kosten sind nur bei Zugfahren kein Thema. Und das auch nur bis am 31. Mai.
Unsere Ira war bereits in Bern, Basel, Genf. Bern fand sie am schönsten. Das finden wir auch.
Montreux haben wir noch empfohlen. Und dann finde ich: St.Gallen und das Appenzellerland werden völlig unterschätzt.
Wir sind gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Die Gemeinde hat angekündigt, mündlich, dass es bald, Anfang Juni wohl, eine Information gibt für Flüchtlingsgastgeber.
Da werden wir erfahren, wie das mit den Versicherungen geht und der Krankenkasse, dem Sprachkurs und ja, dem Geld.
Was ihr, denen und uns zusteht. Und wie das dann geregelt wird. Wir sind gespannt und verdrängen alle Schaudergeschichten, die uns bisher erzählt wurden.
Das wird hier alles nicht so sein. Das wird hier alles nicht so sein. Das wird hier alles…
Gerade ist ein Einschreiben gekommen. Ira ist dem Kanton Zürich zugewiesen. Von uns steht da nichts.
Alles wird gut